40 Tage noch nie durchgestanden

Wurstessen

Die Fasten-Freude reicht weit über das kirchliche Umfeld hinaus. Die gesundheitlichen Vorzüge, psychisch und physisch sollen bemerkenswert sein.
Ich selber kann da leider nicht mitreden. Ich habe – Asche auf mein Haupt – die 40 Tage noch nie durchgestanden.
Ich habe erst einmal versucht aufs Ganze zu gehen, so wie echt: Ohne Essen nur etwas Suppe und zu trinken. «Du bist noch zu jung dafür», und «das geht nicht einfach so, du musst dich darauf vorbereiten», wurde mir erklärt.
Ich habe trotzdem noch ein paar Tage ausgehalten.
Auch kurzes Fasten fühlt sich übrigens wie ein Erfolg an. Die Freude wieder zu essen war überschwänglich, was danach geschah, auf das kann ich nicht stolz sein: Im Einkaufszentrum habe ich mich bedient mit Leckereien, von welchen besser auch ausserhalb der Fastenzeit mit Bedacht genossen wird.
Fasten sollte nicht abrupt gebrochen werden. Das hätte ich gewusst, hätte ich mich vorbereitet.
Wie der Reformator Zwingli und seine Kumpanen habe ich mich gefühlt, als sie die Reformation in Zürich mit einem Wurstessen (während der Fastenzeit) anstiessen. Danach habe ich mich gewundert, ob ihnen ihr Aktionismus im Anschluss auch so schwer auf dem Magen gelegen ist. Wahrscheinlich schon, schliesslich war ihr Verzicht, ein Verzicht auf Gehorsam, mit entsprechenden Konsequenzen.
Vielleicht ist das Schöne am Fasten das, wir geben etwas aus der Hand und dürfen uns überraschen lassen, was dann geschieht. Dass wir scheitern dürfen und trotzdem mehr möglich ist als wir und andere uns zutrauen. tk
 
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