Gut aufgestellt in die Zukunft

Trio Lichtensteiger Röthlisberger Huber<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>evang-sulgen.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>9</div><div class='bid' style='display:none;'>710</div><div class='usr' style='display:none;'>6</div>

Den drei Rücktritten aus Kirchenvorsteherschaft und Pflegeramt stehen drei Neukandidaturen gegenüber. Die Vorstellung in der Wählerversammlung lässt erwarten, dass die neue Behörde jünger und die Bevölkerung in den Dörfern ausgewogen vertreten sein wird.
Brunhilde Bergmann
Obwohl die Kirchenbehörde drei Rücktritte zu verzeichnen hat, zeichnet sich in der Evangelischen Kirchgemeinde Sulgen-Kradolf keine Vakanz ab. Kirchgemeindepräsident Walter Berger zeigte sich am Sonntag in der Wählerversammlung mit rund 50 Interessierten überglücklich: «Wir können mit einer schlagfähigen Gruppe unterwegs sein, jede und jeder im Kandidatenteam entspricht dem persönlichen Anforderungsprofil in geradezu idealer Weise. Sogar unsere übergeordneten strategischen Überlegungen sind erfüllt.» Zu Letzterem zählt Berger die angemessene Vertretung junger Erwachsenen und Familien durch ein verjüngtes Team und die ausgewogene Verteilung auf die Dörfer und Geschlechter.
Für die drei freiwerdenden Sitze kandieren Ursula Lichtensteiger aus Schönenberg, Joël Röthlisberger aus Donzhausen und Silvana Huber aus Sulgen. Zur Wiederwahl stellen sich Esther Blaser Biefer, Sulgen, Yvonne Keller, Kradolf, Isabelle Svabenik, Schönenberg, und René Wirz, Leimbach, sowie Walter Berger, Sulgen, für das Präsidium.

Die 30- jährige Fachfrau Betreuung Silvana Huber verfügt über mehrjährige Berufserfahrung mit Jugendlichen und Menschen mit Autismus-Spektrum Störung. Sie wird demnächst ihre neue Stelle in der Schulstiftung Glarisegg mit verhaltensauffälligen Kindern und Jugendlichen antreten. In jugendlicher Offenheit erzählt die Berggängerin, warum sie sich für die Kirchgemeinde, in der sie kirchlich sozialisiert worden ist, engagieren möchte: «Kirche und der Glaube bieten mir Kraft und Zuflucht und ich möchte, dass dies auch viele Jugendliche von sich sagen können. Ich möchte eine offene, moderne Kirche für alle -gleich welcher Hautfarbe, sexueller Ausrichtung oder politischen Gesinnung.» Huber begründet warum sie den Neubau einer Moschee in Sulgen begrüsst. Genauso wichtig ist ihr auch die Pflege christlicher Traditionen in der öffentlichen Schule.
Ursula Lichtensteiger ist in einer Bergbauernfamilie und in einer aktiven reformierten Gemeinde im Berner Oberland mit selbstverständlichen Kontakten zum freikirchlichem Umfeld aufgewachsen. Sie entwickelte dort ihren traqfähigen Glauben: «Mein Urvertrauen in Gott kennt auch Zweifel und Hinterfragen». Die 56-jährige Pflegefachfrau war tätig im Rotkreuzdienst, in der Mütterberatung und im Kurswesen, heute wirkt sie in der Kinderstation des Spitals Münsterlingen. Die Mutter von drei erwachsenen Töchtern engagiert sich seit 25 Jahren ehrenamtlich in der Kirchgemeinde Sulgen, unter anderem in der Spurgruppe Seelsorge und Diakonie.
Joël Röthlisberger, 33 Jahre, ist in Erlen aufgewachsen. Er bringt die nötige Fachkompetenz für das Amt als Kirchenpfleger mit. Nach seiner klassischen Banklehre absolvierte er die Zusatzausbildung zum dipl. Bankwirtschafter HF und arbeitet heute bei der Bank Linth in Frauenfeld. Als bekennender Vereinsmensch gab der Vater eines Kleinkindes seine zeitraubenden Freizeitengagements zugunsten seiner jungen Familie ab, so verfügt der Unihockey Fan über zeitliche Ressourcen. Seine Motivation begründet Röthlisberger: «Die Kirchgemeinde Sulgen-Kradolf ist eine moderne Gemeinde, die sich weiterentwickelt und positiv in die Region hineinstrahlt.» Die Familie wohnt seit zwei Jahren in Donzhausen und fühlt sich in der Kirchgemeinde Sulgen aufgenommen. «Auch unser zweites Kind, das bald geboren wird, soll hier getauft werden.»
An der Wählerversammlung meldeten sich auf Nachfrage keine weiteren Personen, die Interesse an einer Kandidatur zeigten, dennoch können auch andere Personen gewählt werden. Die Gesamterneuerungswahl erfolgt am 15 März an der Urne zusammen mit der Wahl der Thurgauer Regierung und des Parlaments. Die Ressortverteilung erfolgt an der ersten Sitzung in der neuen Amtszeit, die am 1. Juni 2020 beginnt, erklärte Berger auf eine Publikumsfrage.